Tokio (26. Juni – 05. Juli 2018)

Tokio…. was soll man dazu scheiben? Allein die schier unfassbare Groesse laesst sich kaum in Worte fassen. Dann kommt auch noch der kulturelle Wahnsinn von Japans „Hauptstadt“ hinzu, die endlos scheinende Auswahl an Essen, Unterhaltung und Sehenswuerdigkeiten. Tokio kann einen wirklich ueberfordern… Yeahhhh!!!

 

Was ist eigentlich „Tokio“?

Hoert sich nach einer dummen Frage an, aber:

  • Die Metropolregion Tokio fasst knapp 38 Millionen Einwohner und ist damit die groesste Metropolregion der Welt. Sie erstreckt sich ueber mehrere Praefekturen Japans.
  • Die Praefektur Tokio (oder Tokio Metropolis) ist eine der 47 Praefekturen Japans und hat 13 Millionen Einwohner.
  • Die Stadt Tokio existiert gar nicht (mehr). Sie wurde 1943 offiziell aufgeloest….
  • Die „23 Bezirke Tokios“ mit insgesamt 9,5 Millionen Einwohnern bestehen 23 autonomen Staedten (sogenannten Spezial-Bezirken) und haben eine in Japan einzigartige Verwaltungsstruktur.

Sooo… ich bin verwirrt… Wenn wir Unwissenden also von Tokio sprechen, meinen wir meisst die 23 Bezirke und verallgemeinern damit fast zwei Duzend Staedte, mit voellig verschiedenen Einwohnerzahlen, Flaechen und unterschiedlichem Charakter. Da die Spezial-Bezirke aber tatsaechlich nahtlos in einander uebergehen, wissen wir selten, in welcher Stadt wir uns eigentlich gerade befinden. Willkommen in Tokio!

Waehrend unseren neun Tage in Tokio schaffen wir von den 23 Spezial-Bezirken gerade mal fuenf: Shinjuku, Shibuya, Taitō, Chiyoda und Minato. Aehnlich wie in Bangkok wechseln wir unsere Hostels um verschiedene Teile Tokios kennenzulernen.

  • Zunaechst sind wir im 12er-Dorm direkt in Shinjuku, im Bnbplus Shinjuku Yotsuya, nur zwei Stationen von der Shinjuku Station entfernt. Super Lage, aber extrem klein und eng. Ausserdem hat das Hostel keinen Raucherbereich. Da in Japan das Rauchen auf der Strasse nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt ist (von denen keiner in der Naehe des Hostels ist), stellt das schon ein Problem fuer uns da.
  • So freuen wir uns auf das Japanize Guesthouse suedlich von Asakusabashi. Hier geht es schon sehr viel lebhafter zu und im Erdgeschoss ist sogar eine Bar, in der man auch Rauchen darf. Nachteil ist allerdings, dass in der Umgebung nicht wirklich viel los ist und auch kaum Restaurants zu finden sind. Zum Glueck ist 20 Meter neben dem Hostel eine U-Bahn Station.
  • Fuer die lezten zwei Naechte zieht es uns dann aber wieder nach Shinjuku. Die Lage ist eben doch das wichtigste. In einem waschechten Kapselhotel, dem Global Hotel Tokyo. Der Unterschied zu den Hostels in den wir bisher waren ist marginal. Anstatt einem Vorhang, gibt es eine Jalousie und man hat sogar einen Fernseher in der Kapsel. Ansonsten alles wie gehabt: Licht, Steckdose und Privatsphaere im Schlafsaal.

 

Shinjuku Station – der Mittelpunkt der Welt

Unser Bus kommt in Shinjuku an, dem Verwaltungssitz der Praefektur TokioShinjuku Station ist der verkehrsreichste Bahnhof der Welt und steht auch als solcher im Guinness Buch der Rekorde: durchschnittlich 3,6 Millionen Menschen nutzen den Bahnhof pro Tag. Aehnlich wie Tokio selbst aus mehreren Staedten besteht, ist dieser Bahnhof eigentlich ein Konglomerat mehrerer miteinander verbundener Bahnhoefe. 36 Bahnsteige, ein Dutzend verschiedene Linien von verschiedenen Bahnbetrieben, ueber 200 verschiedene Ausgaenge… Wer sich hier nicht verlaeuft, war niemals hier.

Da man in Japan fuer jede Linie ein eigenes Ticket Pasmo Kartebenoetigt und so sehr viel Zeit an Automaten verbringen wuerde, kaufen wir uns gleich zu Anfang eine Pasmo Karte: einfach am Automaten Geld darauf laden und bei jeder Schranke kurz ueber den Leser ziehen… fertig. Das erstpart sehr viel Zeit und Stress.

Es gibt auch Karten von anderen Anbietern (z.B. Suica), funktionieren alle aehnlich. Man sollte sich aber vorher schlau machen, wo man die Karten zurueckgeben kann, um seinen Pfand wiederzubekommen.

 

Nachtleben in Shinjuku

Tagsueber vibriert Shinjuku schon mit Geschaeftigkeit und Millionen von Menschen, nachts bekommt das Ganze dann noch mit den grellen Leuchtreklamen einen ganz anderen Flair.

Bei unseren Streifzuegen durch das naechtliche Shinjuku, sind wir vor allem von Omoide Yokocho (auch Memory Lane oder Piss Alley genannt) begeistert. Hier kann man in winzigen Laeden leckeres Yakitori (Fleischspiesse), Austern, Ramen und allerlei andere Koestlichkeiten geniessen.

Gleich daneben liegt Kabukicho, der „Redlight District„. Allein schon von der Beleuchtung her ein echtes Kontrastprogramm.

Kabukicho in Shinjuku

Ein paar Schritte weiter kommt dann Golden Gai, das Kneipenviertel Shinjukus. Hier verbringen wir auch einige schoene Abende. Das die U-Bahnen in Tokio nur bis Mitternacht fahren und dann erst wieder ab ca. 5 Uhr morgens, werden manche davon auch etwas laenger. Besonders denkwuerdig wird unsere Nacht mit Julia aus Oesterreich, die hier schon seit einigen Monaten studiert.

Im Albatros in Golden Gai, Tokio

Und natuerlich goennen wir uns noch einen Blick von oben. Die Aussicht vom Tokyo Metropolitan Government Building ist kostenlos. Tokio bis zum Horizont…

Aussicht vom Tokyo Metropolitan Government Building

 

Asakusa und Akibahara – Tradition und Mangas

In Asakusa, einem Stadtteil von Taitō  machen wir eine Free Walking Tour mit. Da wir fuer die erste Fuehrung an diesem Tag leider zu spaet kommen, schieben wir noch den Asahi Sky Room ein. Kostet auch keinen Eintritt, man muss aber natuerlich etwas trinken. Dafuer gibt es von da oben eine schoene Aussicht auf Asakusa und auch den Tokyo Sky Tree.

Asahi Headquarter und Tokyo Sky Tree

Die Fuehrung geht dann ueber knappe zwei Stunden durch den historischen Kern von Asakusa, den buddhistischen Tempel Senso Ji und zum Asakusa Schrein.

Senso Ji in Asakusa

Danach legen wir eine wohlverdiente Pause in Hoppy Dori ein, einer gemuetlichen Strasse mit kleinen Bars. Uebrigens ist es mittlerweile schon extrem heiss: wir haben ueber 30 Grad. Da zaubert einem jedes Fleckchen Schatten ein Laecheln auf die Lippen.

Von hier ist es nicht weit nach Akihabara (ugangssprachlich Akiba), einem Stadtteil von Chiyoda. Hier liegt Chuo Dori. Im Sommer ist die Strasse am Wochenende fuer den Verkehr gesperrt und ist eine reine Fussgaengerzone.

Chuo Dori in Akihabara

Neben zahllosen Maid Cafés faszinieren vor allem die Kaufhaeuser, in den jede nur erdenkliche Art von Spielzeug verkauft wird. Mangas, Plastikgozillas, Brett- und Computerspiele… Im achtstoeckigen Mandarake, gibt es sogar verschiede Stockwerke fuer Frauen und Maenner.

Plastikfiguren im Mandarake

 

Odaiba und Shiba Park

Ein weiteres Highlight ist unser Ausflug auf die kuenstliche Insel Odaiba, ein Stadtteil von Minato. Schon die Fahrt mit der Monorail der Yurikamome Line ist fuer mich ein unvergessliches Erlebnis.  (hier ein Video der Fahrt ueber die Bruecke zwischen den Stationen Shibaura-futo und Odaiba-kaihinkoen)

Fahrt mit der Yurikamone Line nach Odaiba

Auf Odaiba kann man dann zwei sehr unteschiedliche Statuen bewundern. Zum einen steht hier Eine etwa 12 Meter hohe Nachbildung der Freiheitsstatue vor der beeindruckenden Kulisse der Rainbow Bridge.

Freiheitsstatue und Rainbow Bridge in Odaiba

Zum anderen haben wir da aber noch die ca. 20 Meter hohe Gundam Statue. Man muss ja schliesslich Prioritaeten setzen.

Gundam Statue auf Odaiba

Ebenfalls in Minato liegt der Shiba Park mit dem beruemten Tokyo Tower. Hiervon gelingt uns leider kein einziges gutes Foto.  Stellar Garden im The Prince Park Tower Tokyo (1080 Yen Cover Charge pro Person, 1000 Yen pro Bier) war uns zu teuer als Aussichtspunkt.

 

Shibuya

Weiter geht es nach Shibuya. Hier ist die beruehmte Kreuzung bei der die Fussgaenger aus allen Richtungen gleichzeitig Gruen haben um die Strassen zu ueberqueren. Es folgt ein buntes Chaos…

Nach so vielen Menschen zieht es uns in den Stadtteil Ebisu. Hier steht eigentlich das Yebisu Beer Museum auf dem Programm, allerdings erwischen wir tatsaechlich den einzigen Ruhetag. Darauf dann halt eine gegrillte Rinderzunge in Ebisu Yokocho.

Essen in Ebisu Yokocho

 

Tokios tausend Gesichter

Wir verlassen Tokio mit ueberwaeltigend vielen Eindruecken und haben doch das Gefuehl nicht einmal an der Oberflaeche gekratzt zu haben. Jeder Bezirk hat unzaehlige Sehenswuerdigkeiten und Attraktionen. Das Essen ist fantastisch und es gibt einfach alles was man sich nur vorstellen kann. Man kann Party machen, Tempel anschauen, alles nur erdenkliche kaufen. Und einfach nur mit offenem Mund in Mitten dieser riesigen Metropole stehen und dem Leben zusehen.

Trotzdem ist Tokio auch anstrengend. Ich sehne mich wieder nach ein bisschen Ruhe und weniger Menschen. Passenderweise ist unser naechstes Ziel das entspannte Fujikawaguchiko am Mount Fuji. Und so geht es wieder zur Shinjuku Station und mit dem Bus fuer 1750 Yen zum hoechsten Berg Japans.

 

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